Sonntag, 10. Mai 2015

Leergeweint

Zwei Tage im Jahr sind seit 15 Jahren immer emotional herausfordernd für mich. 10.05. und 14.08.

Geburtstag und Todestag. 

Aber nie ist vorhersehbar, wie diese Tage verlaufen. Manchmal vergehen sie einfach so, ohne dass mich der Schmerz trifft, und manchmal weine ich mich leer.

Julians Geburtstag an Muttertag ist eine ziemlich schlechte Kombination. Das Ganze dann aber noch an einer Gemeindefreizeit, die emotional doch mehr fordert als die eigenen vier Wände, ist total bekloppt. Dann braucht es nur nen klitzekleinen Auslöser, und meine Fassung hat verloren.

Das Blöde an so einer Situation ist dann, dass mir die Leute ganz doll leid tun, denen ich leid tue, und die eigentlich nicht wirklich wissen was sie sagen sollen, und denken, alles was sie sagen ist falsch und kein richtiger Trost. Die würde ich dann am liebsten trösten und ihnen sagen, es geht schon, ist gleich vorbei.

Und wenn ich dann weine, und den Schmerz mal wieder so richtig fühle, dann ist Julian meinem Herzen ganz nah. Das kommt ja nicht ständig vor.  Und das ist eigentlich gut. Also weinen ist nicht nur schlecht, auch wenn es so aussieht. Und vielleicht ist die Kombination Muttertag und Julians Geburtstag doch nicht so schlecht. 

hm

Freitag, 8. Mai 2015

Nochmal weg



Während ich heute alle Vorbereitungen für unsere Gemeindefreizeit am Wochenende treffe, streckenweise etwas genervt bin, weil ich mir viel zu viel aufgehalst habe, entwickelt sich in meinem Kopf ein interessanter Gedanke. Spontan schreibe ich so etwas immer sofort in meinen Blog. Aber diesmal warte ich noch  eine Weile. Der Gedanke ist noch nicht fertig, und so gut, dass es vielleicht ein Artikel für die Lydia wird, oder sogar eine Predigt. Mal sehen.

Hat ein bisschen was mit der Geschichte von Martha und Maria zu tun.

Kam mir so, nachdem ich den Einkauf erledigt, Kartoffelsalat und Nudelsalat fertig gerichtet, Stockbrotteig zubereitet, Kuchen gebacken, Koffer gepackt, Programmutensilien zusammengesucht, Newsletter für meine Teilnehmer geschrieben, Belliconbestellung angenommen, und noch die 1000 anderen Kleinigkeiten erledigt hatte.

Ich bin dann mal wieder weg.

hm

Donnerstag, 7. Mai 2015

Montagsgedanken



Wenn du nach sechs Tagen London wieder nach Hause kommst, freust du dich vor allen Dingen auf deine Kinder, und auf deine Matratze.  Und nachdem du dich dann ausgefreut hast, übersiehst du leider nicht in deiner Freunde auch sämtliche Spuren, die eben diese geliebten Kinder in der Küche hinterlassen haben. Du übersiehst sie einfach nicht mit dem Blick der Liebe. Du bist einfach nur dankbar, dass alles in London und auf dem Flug gut gegangen ist, dass das Haus noch steht, deine Kinder gesund sind, dass die verstauchte Hand des Großen nicht gebrochen ist, dass keiner verhungert ist, und dass jetzt alles wieder seinen normalen Gang geht. 

Was ist schon ein halber Tag Küche putzen und Böden wischen im Verhältnis zu der Wiedersehensfreude? Und weil ich ja genau weiß, dass die Montagsgedanken der Lydia in dieser Woche passend zum Muttertag meine sind, konnte ich eben auch gar nicht meckern.
Ich hab nur ganz nett und liebvoll, mit entsprechendem Unterton Jonathan gebeten, den ganzen Kakaoschleier von Kaffeeautomat, Arbeitsplatte, Toaster, etc. zu beseitigen, und ihn super freundlich aufgefordert die Küchenschränke von der Schmiere zu befreien. So wie es aussieht hat er eine Schokotorte gebacken, die Reste finde ich auf jeden Fall noch im Kühlschrank und auf der Arbeitsplatte, an den Küchenschränken, dem Boden, dem Kaffeautomaten, dem Toaster, der Spüle......

Und solche Gespräche laufen dann in etwa so ab:

Ich: Jonathan, kommst du bitte mal

Jonathan: Was ist?

Ich: Bist du bitte so nett und machst die Küche noch sauber.

Jonathan: Wieso? Ist doch alles sauber.

Ich: Ja, aber schau dir mal die Küchenfronten an, das ist alles klebrig und verschmiert.

Jonathan: Wo denn, ich seh‘ nichts!!!

Ich grinse ihn an.

Jonathan: Also, ich hab die ganze Küche aufgeräumt, du siehst ja nur das, was ich nicht gemacht habe.

Ich: Also, ich finde das so super, dass du dein eigenes Zeug selber wieder abgewaschen hast, ganz toll, aber deshalb darfst du dennoch auch die ganze Schmiere noch wegmachen.

Jonathan: Also, du hast immer was zu Meckern.

Ich: Ich mecker ja gar nicht, ich bitte dich ja nur, das noch zu machen, alles gut, die Böden übernehme ich dann.

Zwischendrin bekomme ich mal noch liebevoll den Lappen ins Gesicht, wir unterhalten uns ne Weile während Jonathan kläglich versucht seine Mutter zufrieden zu stellen.

Ich: Na und dieses ganze Kakaopulver, was überall zentimeterdick auf dem Kaffeeautomaten, Toaster, Arbeitsplatte, Ölflaschen etc. liegt, dachtest du, das soll so bleiben?

Jonathan: Ja, sieht doch schön aus.

Ich freue mich einfach so sehr die Kinder wiederzusehen, dass ich nicht meckern möchte, aber eigentlich würde ich gerne, so ganz doll. Aber wie ja schon in den Montagsgedanken geschrieben, es nützt nichts. 

Also lass ich es.

HIER geht es zu den Montagsgedanken der LYDIA 





 
hm

Montag, 4. Mai 2015

2 Straßen weiter

Völlig selbstverständlich war es für uns, am Sonntagmorgen einen Gottesdienst zu besuchen. In London gibt es Gemeinden wie Sand am Meer, aber wir wollten unbedingt in die Hillsonggemeinde. Und da fällt dir ein bisschen die Kinnlade runter, wenn du zum Haupteingang rein möchtest und von einem netten Begrüßungsteam gebeten wirst, dich in die Schlange einzureihen. Welche Schlange denke ich, und dann sehen wir, wie die Menschen in Reih und Glied jeweils zu zweit nebeneinander anstehen, um einen Platz in der Kirche zu bekommen. Zum Ende der Schlange mussten wir eine Weile laufen, es war zwei Straßen weiter. Alle zwei Meter stand jemand vom Begrüßungsteam und begrüßte die Leute.

Hello
Nice to see you
Enjoy the time
God bless you

Und sie verteilten Kaffee und Bonbons.

Wie krass ist das denn?

Natürlich gehen wir davon aus, dass gestern viele Gäste wegen der Colour Konferenz da waren, aber die Gemeinde hat deswegen auch extra 5 Gottesdienste angeboten. 2000 Sitzplätze hat das Dominion Theater, wo die Gottesdienste stattfinden. Und es gibt in London mehrere Hillsonggemeinden.

Ich hatte die Hillsongband ja schon während der Konferenz erlebt, aber mein Mann noch nicht. Und dann hat doch als Highlight für uns alle, Joyce Meyer gepredigt. 



Nach dem Gottesdienst standen die Leute, die vorher keinen Platz bekommen haben wieder Schlange, für den zweiten Gottesdienst,

Ok, das ist London, aber ich hab mir das trotzdem mal in Appenweier vorgestellt. 


hm

Sonntag, 3. Mai 2015

Together we can make the world a better place

Ich weiß noch, wie sehr mich der Zusammenhalt und die Mitarbeit unserer Gemeinde vor 1 1/2 Monaten bei unserem Ladiesday bewegt hat. Wie jeder mit seinen Gaben mitgeholfen und sich eingesetzt hat. Genau das wird Bobby Houston, die Gastgeberin der Colourconference auch denken. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass für diese Konferenz 1800 Mitarbeiter zur Verfügung standen, alle ehrenamtlich.

Von den 1800 waren 1000 Männer dabei. Sie standen überall an den Eingängen und haben uns Ladies begrüßt.

Hello, you are welcome

Have a god time

Enjoy the time

Welcome back

Nice, to see you

Wow, du hast dich so wertgeschätzt gefühlt.

Und da willst du deinem Nächsten auch sofort so begegnen. 






Könnten wir alle gemeinsam tun. Herzlichkeit, Freundlichkeit und Liebe verschenken, an dem Ort, an dem wir gerade sind. 

So ein bisschen nach dem Motto: "Wie im Himmel, so auf Erden."

Freitag, 1. Mai 2015

Spirit

Ich kann kaum sagen, was besser ist, die Colour-Conference mit 10.000 Frauen oder Sightseeing mit meinem Mann. 

Beate und ich haben die Morgen- und Abendveranstaltungen aufgesogen und laufen über voller geistlicher Inputs. Inspiration für das eigene Herz aber auch so viel Wahrheiten zum Weitergeben. Eingebettet von Theater und Lobpreis der Hillsongband, trafen mich die beiden Sprecherinnen heute mitten ins Herz. Und dann, was für ein Spirit, wenn 10.000 Frauen ihre Stimmen, ihre Hände und ihr Herz zu Gott erheben.



Eingebettet zwischen den beiden Sessions haben mein Mann und ich nachmittags das schöne Wetter ausgenutzt und Westminster erkundet. 



Mehr für Body, Spirit and Soul kann man an einem Tag nicht tun. 

hm  

Freundliches Volk


Natürlich hatte ich überhaupt keinen Grund, schließlich hat mein Mann ein Visum in seinem Ausweis, dennoch war ich leicht aufgeregt, als wir am Flughafen ankamen. Selbst im Flieger verschwand die Anspannung nicht ganz. Von A. wusste ich, dass mein Mann noch einen Einreisezettel auszufüllen und mit dem dann in London nochmals durch die Passkontrolle musste. An dieser Kontrolle angekommen war dann klar, dass es nicht nur Nachteile einer nicht EU Staatsbürgerschaft gibt. Während links ca. 300 Fluggäste in der Reihe standen um durch die Kontrolle zu kommen, durften wir rechts an den Nicht/EU/Schalter und hatten nur eine Person vor uns. Gerne hätte ich den neidischen Blicken links von unserer Odyssee erzählt, aber ich war so vom ersten Engländer auf englischem Boden verzückt, dass mir fast die Sprache entfiel. Schaute sich den Pass meines Mannes an, ließ ihn einen Fingerabdruck hinterlegen, stellte zwei Fragen und entließ uns mit den Worten: " Enjoy your journey" Und dabei stand ihm das schönste englische Lächeln im Gesicht. Das Leben ist ungerecht, aber nicht immer zu deinen Ungunsten.

Später dann, als uns der Busfahrer dummerweise an einer falschen Station rausgelassen hatte, und wir keine Ahnung hatten, wo wir uns befinden, war da noch der nette U-Bahn-Mitarbeiter, der uns mit Engelsgeduld erklärte, wo wir entlang müssen, und wir sollen uns mal keine Gedanken machen über die Schlange, die sich hinter uns bildet, er schaue jetzt erst mal genau, damit wir wissen, wie wir ins Hotel kommen.

Hab mich spontan in die Freundlichkeit der Engländer verliebt.

hm