Dienstag, 14. Juni 2016

Die laufenden Meter

War am Freitag in Freiburg auf einem Seminar zum Thema Bereitschaftspflege. Drei Stunden referierte Diplom Psychologe Oliver Hardenberg, von dem ich schon ziemlich viel Positives gehört hatte. Und er hatte auch meine Aufmerksamkeit, von der ersten bis zur letzten Sekunde, drei Stunden lang.

Ein Vortrag steht und fällt mit der Art, wie er vorgetragen wird. Und das hat er einfach drauf.
Gute zwei Jahre sind wir jetzt schon Bereitschaftspflegefamilie, nehmen Kinder in Not auf und helfen ihnen dabei zu schauen, wie es für sie weitergeht.

Dabei gibt es drei Möglichkeiten:

1.    Rückführung in die Herkunftsfamilie
2.    Vollzeitpflegefamilie
3.    Kinderheim

Viele wertvolle Inputs bekam ich am Freitag für diese Arbeit.

Gerade das Thema „Anbahnung in die Vollzeitpflegestelle“ hat mich sehr interessiert, da das bei uns gerade aktuell ist. Wir sollen als Bereitschaftspflegefamilie langsam Distanz zu den Kindern aufbauen, um den Abschied möglichst einfach zu gestalten.

Na, wenn das so einfach wäre. Denn die laufenden Meter haben ja einen Namen und ein Herz, und das hat sich in meins geschlichen. Und jetzt muss ich langsam anfangen, sie von meinem Herz wieder abzukoppeln. Hab noch 4 ½ Wochen Zeit, und dann heißt es mal wieder Abschied nehmen.

Aber die Geschichte hat ein Happy End, denn sie bleiben zusammen und kommen in eine tolle Familie. Und wir bekommen dann irgendwann nach unserem Urlaub neue laufende Meter, oder Anderthalbmeter. Aber immer haben sie auch Namen und ein Herz.

hm

Kommentare:

  1. Ich staune immer wieder über Eure Bereitschaft, Euch als Familie da so einzubringen und bete oft für Euch und freue mich über die vielen Samenkörner die in die Kinderherzen fallen!

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  2. Das mit dem abkoppeln kann ich voll nachvollziehen
    Wir hatten 7 Jahre eine Pflegetochter. Sie war 6,5 Jahr als sie zu uns kam. Ein Jahr später verstarb ihre Mama, die sie nicht mehr gesehen hatte in der Zeit bei uns. Letztes Jahr ging sie in Reha um sich mit dem Thema zu beschäftigen, da sie doch i. Alltag Schwierigkeiten hatte. Das Ergebnis war dann die Entscheidung in eine Wohngruppe zu gehen mit viel Unterstützung der Rehaklinik. Ist ganz blöd gelaufen. Ja, sie war das Kind das in meinem Herzen geboren wurde. Diese abrupte Trennung war sehr schmerzhaft. Es tut immer noch weh, da wir so gut wie keinen Kontakt haben. Trotz Gottes Hilfe ist es ein Prozess, an manchen Tagen gut und an anderen bin ich sehr traurig.

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  3. Liebe Supertine, ist gerade für uns dran, wer weiß wie lange. Liebe Grüße

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  4. Liebe Birgit,
    oh, das kann ich gut verstehen. Ich hoffe, dass Gott ganz viel Heilung für euch schenkt und eine Möglichkeit um wieder Kontakt herzustellen. Für euch alle. Liebe Grüße

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  5. Hallo liebe Heike..,vielleicht erinnerst du dich noch an mich(Oktober 2014 in Dinslaken;-) Ich lese immer wieder auf deinem Blog! Dieser Bericht heute hat mich besonders berührt. Wir haben ja schon unseren Kleinen...der nun schon 4 Jahre glücklich bei uns lebt!!Mein Mann und ich haben uns jetzt nochmals entschlossen einen kleinen Jungen zu uns zu holen... Wir sind jetzt in der Anbahnung:-) Er war schon über 1 Jahr bei seiner Bereitschaftspflegefamilie und ich kann dich sehr gut verstehen...es ist immer ein schmerzhaftes Abschiednehmen. Aber wir freuen uns sehr, ihn in unsere Familie aufzunehmen und die Bereitschaftspflegemama ist auch sehr glücklich das WIR ihn und ER uns gefunden hat:-)) Ganz liebe Grüße und alles, alles Gute auch für Beate, Nadja!

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